Publikationen
Kritische politische Bildung in der Jugendsozialarbeit.
dreizehn, Zeitschrift für Jugendsozialarbeit 26, S. 23-26.
Zum ArtikelChemsex: Alternative Lesarten eines mediatisierten Phänomens.
In: B. Hoffarth/E. Reuter/S. Richter (Hrsg.): Geschlecht und Medien. Räume, Deutungen, Repräsentationen. Frankfurt, New York: Campus-Verlag, S. 148-168.
Zum Verhältnis von Jugendsozialarbeit, politischer Bildung und Prävention in der Migrationsgesellschaft.
In: A. Keller/A. Pingel/K. Weber/A. Lorenz (Hrsg.): Politische Bildung und Jugendsozialarbeit gemeinsam für Demokratie. Frankfurt a. M.: Wochenschau-Verlag, S. 38-46.
Qualifizierungsprojekt
Flucht ohne Ankunft – Formen der Hilfe als politische Momente in Begegnungen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Flucht ohne Ankunft“ am Beispiel von Geflüchteten in Deutschland. Sie lenkt dabei den Fokus auf die politischen Momente, in denen Geflüchtete trotz restriktiver Migrationspolitik eigene Handlungsmacht entfalten. Ausgehend von Hannah Arendts Politikbegriff, der das Miteinander-Handeln und Sprechen von Menschen in Bezug auf eine gemeinsame Welt betont, wird empirisch rekonstruiert, wie Geflüchtete in prekären Lebenssituationen versuchen, Bezüge zu einer gemeinsamen Welt zu knüpfen.
Methodisch orientiert sich die Arbeit an der konstruktivistischen Grounded Theory nach Kathy Charmaz und befragt wiederkehrend das Verhältnis zwischen Empirie und Theorie. Anhand von problemzentrierten Interviews mit Geflüchteten aus verschiedenen Herkunftsländern werden biografische Zäsuren und Verwandlungsprozesse rekonstruiert, die das „Ganze des Lebens“ der Betroffenen unterbrechen und ihre bisherigen Selbstweltverhältnisse auflösen. Im Sinne einer Theoretischen Empirie (Kalthoff/Hirschauer) werden die Interpretationen als „Gespräch“ verstanden, in denen sich Theorie und Empirie wechselseitig bedingen und verändern.
Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass Hilfe sich in flüchtigen Momenten zwischenmenschlicher Begegnungen manifestiert, die als „schmale Stege“ beschrieben werden können. Diese Stege entstehen, wenn es Geflüchteten möglich ist, im Miteinander-Handeln und Sprechen Bezüge zu einer gemeinsamen Welt zu knüpfen. Sie unterscheiden sich von traditionellen Hilfsangeboten dadurch, dass sie nicht auf Inanspruchnahme abzielen, sondern auf die Schaffung von Möglichkeitsräumen gemeinsamen Handelns. In diesen Momenten können Geflüchtete als Personen im Arendtschen Sinne sichtbar werden, was jedoch nicht garantiert ist, sondern der Responsivität der Anderen bedarf.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Folgenforschung, indem sie zeigt, wie Soziale Arbeit Räume der Begegnung schaffen kann, in denen aus Ankommen Ankunft wird – verstanden als die Fähigkeit, sich in der Welt als Person zu verorten und an ihrer Gestaltung mitzuwirken. Damit wird ein alternativer Politikbegriff entworfen, der die initiativen und initialisierenden Momente des politischen Handelns von Ankommenden betont.
Akademische Ausbildung
2014 – 2017
Masterstudium „Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit“, Technische Hochschule Köln.
2011 – 2014
Bachelorstudium der Sozialen Arbeit, Abschluss 2014 (Technische Hochschule Köln).
Beruflicher Werdegang
seit 10/2021
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im DFG-Graduiertenkolleg 2493, Folgen sozialer Hilfen.
2017 – 2021
Lehraufträge Theorieseminar „Interkulturelle Soziale Arbeit“ Hochschule Koblenz.
2015 – 2021
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene, Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung, Technische Hochschule Köln.
2013 – 2015
Mitarbeiter am Institut für Angewandtes Management und Organisation in der Sozialen Arbeit (IMOS) der Technischen Hochschule Köln.
